- Start
- Arbeitsmarkt
- Maschinen- & Anlagenbau
Arbeitsmarkt nach Branche
Maschinen- & Anlagenbau in KW 42
Der Maschinenbau ist die größte Industriebranche in Deutschland. Die Produktion schrumpft 2026 das vierte Jahr in Folge, neue Aufträge kommen vor allem aus Ländern außerhalb des Euroraums.
Auf einen Blick
- August 2026
- Juni bis August 2026
Von Januar bis August 2026 lagen die Bestellungen insgesamt 4 % über dem Vorjahr. Der VDMA verweist auf Großaufträge im März und Juni.
Quelle: VDMA
Der Maschinenbau verlor binnen eines Jahres 2,7 % seiner Beschäftigten, so viel wie die Industrie insgesamt.
Quelle: Destatis
Quellen: VDMA, Destatis und Bundesagentur für Arbeit
Deutschland im Weltmarkt
Rund zwei Drittel ihres Umsatzes erzielt die Branche im Export, überwiegend in Ländern außerhalb der Eurozone. 2025 setzten die Unternehmen rund 264 Mrd. € um.
2025 exportierte Deutschland Maschinen für 198,5 Mrd. €, nominal 1,8 % weniger als 2024. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 99,3 Mrd. €, 0,8 % weniger, preisbereinigt 2,5 % weniger. Die USA blieben mit 13,1 % der Ausfuhren der größte Einzelmarkt vor China mit 7,1 %. In die EU gingen 45,9 %.
Die USA nahmen 13,1 % der Exporte ab, China 7,1 %, die EU 45,9 %.
Quelle: VDMA
Nach China gingen im ersten Halbjahr 13,8 % weniger Maschinen. Indien legte um 11,1 % zu, Kanada um 10,0 %. Der VDMA erwartet, dass der Rückgang im China-Geschäft anhält, der seit 2022 läuft.
China wird zum Wettbewerber
Von Januar bis Mai 2026 führte Deutschland Maschinen für 6,4 Mrd. € aus China ein, 3,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Maschinenexporte nach China sanken um 17,5 % auf 5,8 Mrd. €. In diesen fünf Monaten kamen damit Maschinen für mehr Geld aus China, als nach China gingen.
2025 war der Maschinenbau mit einem Anteil von 20,5 % erstmals die wichtigste Branche im Export nach China. Den Überschuss im Maschinenhandel mit China beziffert das IW für 2025 auf rund 2,8 Mrd. €, 2018 waren es 10,5 Mrd. €.
Bei Werkzeugmaschinen hat Deutschland die Führung im Weltexport an China abgegeben. China steigerte seine Ausfuhren 2025 um 18 %, Deutschland hält einen Anteil von 17 %. Zwölf größere deutsche Hersteller fertigen inzwischen auch im Ausland, das ist gut ein Fünftel der deutschen Werkzeugmaschinenproduktion.
In einer Umfrage der DIHK vom Sommer 2026 spüren 83 % der Industrieunternehmen wachsende Konkurrenz aus China. 60 % der betroffenen Unternehmen antworten mit neuen Produkten, 50 % mit Kostensenkungen.
Quellen: VDMA, Bundesagentur für Arbeit, Destatis, IW und 2 weitere
Wer Stellen abbaut
Ende 2025 arbeiteten im Maschinen- und Anlagenbau laut VDMA, der weiter abgrenzt als die amtliche Statistik, gut eine Million Menschen in Betrieben ab 50 Beschäftigten, rund 22.000 weniger als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr 2026 sank die Beschäftigung um 2,8 %, rund 21.500 Stellen fielen weg. Gut ein Viertel der Beschäftigten ist 55 Jahre oder älter. Wie viel des Abbaus über den Ruhestand läuft, lässt sich laut Verband nicht genau beziffern.
In der Umfrage der IG Metall unter Betriebsräten aus mehr als 560 Betrieben wurde in 129 Betrieben ein Abbau für zusammen über 13.200 Beschäftigte angekündigt. Ein Viertel der Betriebe plant Kurzarbeit oder arbeitet bereits kurz. Der Abbau trifft laut Gewerkschaft zunehmend die Stammbelegschaft.
Dazu kommen Insolvenzen. 2025 beantragten mehr als 200 Maschinenbauunternehmen ein Insolvenzverfahren, so viele wie seit zehn Jahren nicht.
Abbau je Unternehmen
Die Unternehmen nennen ihre Zahlen für verschiedene Zeiträume und Abgrenzungen, deshalb lassen sie sich nicht addieren. Die Grafik zeigt die jüngste Zahl für Deutschland, die Tabelle darunter Standorte, Wege und den Stand.
Voith will weltweit bis zu 2.500 Stellen streichen, die Zahl für Heidenheim stammt vom April 2026. Deutz: rund 100 bereits abgebaut, weitere 130 bis 200, im Höchstfall 300. Weinig nennt vor allem deutsche Standorte.
Quellen: t-online, Stuttgarter Zeitung, Börsen-Zeitung, top agrar und 3 weitere
| Unternehmen | Abbau in Deutschland | Standorte und Bereiche | Weg | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Festo | rund 1.300, knapp jede sechste Stelle in Deutschland | Stammsitz Esslingen; alle deutschen Produktionsstandorte bleiben | einvernehmliche Lösungen, Angebote für rentennahe Beschäftigte; betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen | angekündigt am 08.05.2026; weltweit 200 Mio. € Einsparung im Jahr; rund 8.200 Beschäftigte in Deutschland |
| Voith | bis zu 2.500 weltweit in zwei Jahren, laut Unternehmen überproportional in Deutschland; Heidenheim 380 | Heidenheim mit gut 3.800 Beschäftigten, Deutschland knapp 7.000 | vorrangig Führungskräfte und Beschäftigte außerhalb der Produktion; Kooperation mit Hensoldt für den Wechsel | Heidenheimer Zahl im April 2026 intern genannt |
| Jungheinrich | rund 550 von weltweit rund 1.000 | Lüneburg: Produktion endet Ende März 2027, 165 Betroffene, Fertigung geht nach Dresden; rund 140 Stellen in Entwicklung und Verwaltung bleiben vorerst bis Ende 2033 | Interessenausgleich, Sozialplan, Transfergesellschaft nach 85 Tagen Arbeitskampf | Einigung im Februar 2026 |
| Weinig | 400 in zwei Jahren, vor allem an deutschen Standorten | Tauberbischofsheim; Malterdingen und Alfeld sollen laut Fränkischen Nachrichten verlagert werden | Abfindungen, Vorruhestand, Fluktuation | angekündigt im Februar 2026 |
| Deutz | rund 100 bereits abgebaut, weitere 130 bis 200 bis Ende 2028, im Höchstfall 300 | Stammwerk Köln mit rund 2.600 Stellen; Geschäft mit kleinen Motoren für Traktoren und Hubwagen | nicht genannt | Medienberichte im Oktober 2026; Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um ein Zehntel auf rund 1,1 Mrd. € gestiegen |
| Dürr | rund 200 bei BBS Automation an vier deutschen Standorten, 500 weltweit, 2026 und 2027 | BBS Automation mit rund 2.300 Beschäftigten weltweit, Produktionsanlagen auch für die Autoindustrie; 2025 bereits rund 500 Stellen in der Verwaltung, mehr als die Hälfte in Deutschland | Effizienzprogramm, ab 2027 rund 30 Mio. € Einsparung im Jahr | Umbaukosten 2026 von 40 bis 50 Mio. €; Wertminderung von 94,9 Mio. € auf BBS |
| Heidelberger Druckmaschinen | keine neue Zahl genannt | Speedmaster CX 104 wird vollständig in China gefertigt; neuer Standort in Nordmazedonien; Stammsitz Wiesloch | bis zu 200 Beschäftigte aus dem Kerngeschäft wechseln in die neue Verteidigungstechnik | Juni 2026; weitere Streichungen laut Vorstand offen |
| Zahoransky | bis zu 120, rund ein Viertel der 467 Beschäftigten in Südbaden | Todtnau und Freiburg | mit den Betriebsräten offen | Prüfung angekündigt am 24.09.2026 |
| Paul Köster | knapp jede dritte der rund 320 Stellen | Medebach | Insolvenzverfahren; Ausbildungszusagen bleiben | Angabe des Insolvenzverwalters, Oktober 2026 |
| Engmatec | alle 150 | Radolfzell, Montageanlagen und Automatisierung | Insolvenz im März 2026, kein Investor gefunden | Betrieb endet Ende Oktober 2026 |
| Trumpf | kein neues Programm genannt | 16.960 Beschäftigte weltweit, rund 8.200 in Deutschland, davon etwa 5.350 in Ditzingen (30.06.2026) | nicht genannt | Umsatz 2025/26 in Deutschland 6 % niedriger, in den USA rund 16 % höher |
| Stihl | keine weiteren Streichungen geplant | Stammhaus mit mehr als 5.800 Beschäftigten Ende 2025, ein Jahr zuvor etwas mehr als 6.000 | Abbau in Deutschland wegen Aufbau in China | Mai 2026 |
Wer zulegt
Nicht jeder Hersteller schrumpft. Krones steigerte den Auftragseingang im ersten Halbjahr 2026 um 4,5 %, KION den Umsatz um 3,5 %. Die Werkzeugmaschinenbauer verbuchten im ersten Halbjahr 14 % mehr Bestellungen, vor allem aus Luftfahrt und Verteidigung.
Quellen: t-online, Dürr, Trumpf, dpa und 15 weitere
Was den Markt verschiebt
Zölle der USA
Die USA sind der größte Einzelmarkt der Branche. In der Umfrage der IG Metall sagen 43 % der Befragten, die Zölle schaden ihrem Unternehmen. 45 % der Betriebe haben eigene Produktionsstandorte in den USA, 15 verlagern gerade Produktion dorthin, weitere 15 planen es.
Seit einer Proklamation vom 2. April 2026 erheben die USA ihre Zölle auf Waren aus Stahl, Aluminium und Kupfer auf den vollen Warenwert, für viele abgeleitete Produkte mit 25 %. Seit dem 8. Juni 2026 gilt für 28 Zollpositionen mobiler Industriemaschinen aus der EU bis Ende 2027 eine Obergrenze von 15 % für den gesamten Zoll.
Die Maschinenexporte in die USA stiegen im ersten Halbjahr 2026 trotzdem um 0,5 %. Trumpf setzte dort im Geschäftsjahr 2025/26 rund 16 % mehr um, die USA lösten Deutschland als größten Einzelmarkt des Unternehmens ab.
Wettbewerb aus China
Der VDMA verlangt von der EU gezielte Maßnahmen gegen hohe Subventionen und eine künstlich niedrig gehaltene Währung in China, falls die laufenden Verhandlungen erneut ohne Ergebnis bleiben. Festo begründet seinen Abbau mit Wettbewerbern aus Asien, die sich wegen der Zölle der USA vor allem Europa als Markt ausgesucht hätten.
Krieg am Golf und Lieferketten
Seit Ende Februar 2026 belastet der Krieg in der Golfregion die Branche. Im Juni berichteten 15 % der Maschinenbauer von Problemen in den Lieferketten. Die technischen Kapazitäten waren im April zu 77,8 % ausgelastet, im langjährigen Mittel sind es 85,6 %.
Staatliche Investitionen und Rüstung
Der VDMA erwartet für 2027 mehr Investitionen in Maschinen und Geräte, auch dank staatlicher Milliarden. Von den 108,2 Mrd. €, die der Bund 2026 für Verteidigung beschlossen hat, erreichen laut einer Studie der Hamburg Commercial Bank rund zwei Drittel Unternehmen. Mittelständische Maschinenbauer erzielen bislang erst rund 5 % ihres Umsatzes mit Verteidigung.
Neue Märkte
Rund 600 Mitgliedsunternehmen des VDMA sind in Indien aktiv. Der Verband drängt darauf, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien zügig umzusetzen. Die Maschinenexporte nach Indien stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 11,1 %.
Quellen: VDMA, IG Metall, Holland & Knight, Trumpf und 3 weitere
Produktion, Aufträge und Beschäftigung
2025 schrumpfte die Produktion nach vorläufiger Rechnung real um 2,6 %. Von Januar bis Juli 2026 lag sie um 4,1 % unter dem Vorjahr. Im Juni senkte der VDMA seine Prognose für 2026 von plus 1 % auf null, im September auf minus 2 %. Im August stieg die Produktion um 5,3 % gegenüber Juli.
Die Aufträge laufen der Produktion voraus. Von Januar bis August 2026 lagen sie real 4 % über dem Vorjahr, gestützt auf ein schwaches Vorjahr und viele Großaufträge im März und Juni. Die Aufträge aus dem Inland schrumpfen laut VDMA von Monat zu Monat.
Die Stimmung hellt sich auf. Laut ifo stieg das Geschäftsklima im Maschinenbau im September 2026 auf 4,0 Punkte, im August waren es minus 1,4. Die Exporterwartungen stiegen von 7,6 auf 15,0 Punkte.
Beschäftigung
Ende 2019 erreichte die Beschäftigung im Maschinenbau mit knapp 1,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ihren Höchststand. Im Juni 2025 waren es knapp 1,03 Millionen, so viele wie in den Jahren 2016 und 2017. Die Zahl der Fachkräfte sank von über 631.000 im Jahr 2019 auf 576.000.
Im Dezember 2025 bezogen rund 33.000 Beschäftigte im Maschinenbau Kurzarbeitergeld, mehr als in jeder anderen Branche. 2025 meldete die Branche der Bundesagentur 17.000 neue Stellen, 5 % weniger als 2024.
Nicht alle offenen Stellen werden der Bundesagentur gemeldet. 2025 blieben gemeldete Stellen aus dem Maschinenbau im Schnitt 210 Tage offen.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Quellen: VDMA, dpa, Destatis, ifo Institut und 1 weitere
Wo neue Arbeit entsteht gesperrt, Pro
Melden Sie sich an, um weiterzulesen. Ab hier gehört die Analyse zu Pro.
Ab hier gehört die Analyse zu Pro.
23 Absätze, 4 Grafiken, eine Tabelle, Zahlen aus 21 Quellen. Dazu das Verzeichnis aller 58 Quellen mit Link.
9,99 € im Monat, monatlich kündbar. Was Pro enthält
Die Analyse wird geladen.
Ausblick bis 2028 gesperrt, Pro
Tarif und Verdienst gesperrt, Pro
Was das für Sie heißt gesperrt, Pro
Ihre Lage einordnen
Der Check fragt in zehn Fragen nach Ihrer Lage und rechnet Branche, Funktion und Stufe ein. Er dauert rund vier Minuten.
Check startenArbeitsmarkt nach Funktion
- Engineering / R&D
- Produkt / Projektmanagement
- IT / Data
- Operations / Produktion
- Vertrieb / BD
- Finance / Controlling
- HR / Legal
- Strategie / GF-nah
- Marketing / Comms
Quellen gesperrt, Pro
Die Seite wird jede Woche geprüft: Meldungen, neue Veröffentlichungen der Quellen, Ankündigungen der Unternehmen. Neue Zahlen ersetzen ältere mit Datum. Eigene Rechnungen aus veröffentlichten Werten sind im Text genannt. Die Seite beschreibt den Arbeitsmarkt in Deutschland und ersetzt keine persönliche Beratung.