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Arbeitsmarkt nach Branche
Automobil & Zulieferer in KW 42
Die Welt baut mehr Fahrzeuge als 2019, Deutschland weniger. Die deutsche Autoindustrie beschäftigt so wenige Menschen wie seit 2005 nicht mehr, und die deutschen Hersteller verlieren vor allem in China.
Auf einen Blick
- 2019
- 2025
China baute 2025 mehr Fahrzeuge als die USA, Japan, Indien und Deutschland zusammen. Rechts die Veränderung gegenüber 2019.
Quelle: OICA
- Jahresdurchschnitt
- Stand Ende Juni 2026
Im Jahresdurchschnitt 2025 arbeiteten rund 77.000 Menschen weniger in der Branche als 2020. Juni 2026 ist ein Stichtag und steht deshalb als einzelner Punkt.
Quellen: Bundeswirtschaftsministerium, VDA und Destatis
Quellen: OICA, Destatis, Volkswagen, Börsen-Zeitung und 2 weitere
Deutschland im Weltmarkt
2025 liefen weltweit 96,4 Millionen Fahrzeuge vom Band, 4,9 % mehr als 2019. Der Zuwachs kam aus China (+34 %) und Indien (+43 %). In Deutschland entstanden 4,15 Millionen Pkw, 11 % weniger als 2019. In der Region Europa sank die Produktion um 19 %.
China exportierte 2025 rund 7,1 Millionen Fahrzeuge, 21 % mehr als im Vorjahr. Von Januar bis August 2026 stiegen die Pkw-Exporte um 72 % auf 6,2 Millionen. Im Inland schrumpft der Markt: Im August verkauften die Händler laut dem Verband CPCA 23,6 % weniger Pkw als ein Jahr zuvor.
Die deutschen Hersteller verlieren in China
Volkswagen lieferte 2025 in China 2,69 Millionen Fahrzeuge aus, 8 % weniger als 2024. 2019 waren es rund 4,2 Millionen, seitdem ist der Absatz um 36 % gesunken. Die BMW Group lieferte 625.527 Fahrzeuge aus, 12,5 % weniger als 2024. Mercedes-Benz Cars setzte 551.900 Pkw ab, 19 % weniger. 2026 hat sich der Rückgang beschleunigt: Mercedes-Benz verkaufte im dritten Quartal 31 % weniger Pkw in China als ein Jahr zuvor, Porsche von Januar bis September 33 % weniger.
- 2025 gegenüber 2024
- 2026 gegenüber Vorjahr
2025: Jahreswerte, bei Mercedes-Benz nur Pkw. 2026: Volkswagen erstes Halbjahr, BMW zweites Quartal, Mercedes-Benz drittes Quartal, Porsche Januar bis September.
Quellen: Volkswagen, BMW Group, dpa und Mercedes-Benz Group
Der chinesische Hersteller BYD verkaufte 2025 4,6 Millionen Fahrzeuge, davon gut eine Million im Ausland, zweieinhalbmal so viele wie 2024. Von Januar bis September 2026 waren es im Ausland 1,34 Millionen.
Elektroautos in absoluten Zahlen
Weltweit wurden 2025 20,7 Millionen E-Autos und Plug-in-Hybride verkauft, 20 % mehr als 2024. 12,9 Millionen davon in China, 4,3 Millionen in Europa, 1,8 Millionen in Nordamerika. Von Januar bis August 2026 waren es weltweit 13,4 Millionen, 4 % mehr; in Nordamerika 21 % weniger.
Weltweit 20,7 Millionen, 20 % mehr als 2024. Übrige Welt ist die Differenz zur Weltsumme.
Quelle: Benchmark Mineral Intelligence
Abbau auch bei Herstellern im Ausland
Nissan streicht weltweit rund 20.000 Stellen bis zum Geschäftsjahr 2027 und verringert die Zahl seiner Werke von 17 auf 10. Sechs der sieben betroffenen Standorte sollen bis zum Geschäftsjahr 2026 abgeschlossen sein. Volvo Cars hat seine Belegschaft gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um rund 3.000 Stellen verkleinert. Stellantis zahlt in Italien seit Jahresbeginn 2026 rund 1.000 Beschäftigten eine Prämie für das freiwillige Ausscheiden, zuletzt 425 in Melfi.
Quellen: CAAM, Volkswagen, BMW Group, dpa und 10 weitere
Wer Stellen abbaut
Seit 2019 hat die deutsche Autoindustrie laut EY 142.400 Stellen verloren, 16 % der Belegschaft. Bei den Zulieferern waren es 73.000, fast ein Viertel.
2025 traf der Abbau vor allem die Zulieferer: Die Hersteller von Teilen und Zubehör beschäftigten im Jahresdurchschnitt 11,1 % weniger Menschen als 2024, die Hersteller von Kraftwagen und Motoren 2,1 % weniger. Im ersten Halbjahr 2026 haben die Hersteller nachgezogen: Ende Juni arbeiteten dort 429.200 Menschen, 6,1 % weniger als ein Jahr zuvor.
- 2025, Jahresdurchschnitt
- Ende Juni 2026
Abbau je Unternehmen
Die Unternehmen nennen ihre Zahlen für verschiedene Zeiträume und Abgrenzungen, deshalb lassen sie sich nicht addieren. Die Grafik zeigt die jüngste Zahl für Deutschland, die Tabelle darunter Standorte, Wege und den Stand der Umsetzung.
ZF nennt 11.000 bis 14.000, gezeigt ist die Obergrenze. Audi: bis zu 6.000 bis 2027 und bis zu 1.500 bis 2029. BMW und Mercedes-Benz nennen keine Zahl für Deutschland. Volkswagen plant zusätzlich rund 50.000 Stellen konzernweit, laut Vorstand etwa die Hälfte in Deutschland.
Quellen: dpa, ZDFheute mit dpa, Reuters, AFP, ZF, Staatsanzeiger und 5 weitere
| Unternehmen | Abbau in Deutschland | Standorte und Bereiche | Weg | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Volkswagen (Marke) | 35.000 bis 2030 | Osnabrück: Fahrzeugbau endet Mitte 2027; Aurelius und das Land Niedersachsen übernehmen das Werk, erstes Projekt mit dem Rüstungskonzern Rafael, Vollzug unter Vorbehalt | Altersteilzeit, Aufhebungsverträge in der Verwaltung, Fluktuation; Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 im Zukunftstarifvertrag, der von der Kündigung der Tarifverträge zum 31.12.2026 ausgenommen ist | mehr als 28.000 Abgänge vereinbart (Juni 2026); Volkswagen hat Tarifverträge zum 31.12.2026 gekündigt, laut IG Metall zehn von 13 Haustarifverträgen |
| Volkswagen Konzern | rund 50.000 Stellen weltweit zusätzlich, einschließlich Management; laut Vorstand etwa die Hälfte in Deutschland | Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm haben ab 2031 bis 2034 kein Folgemodell, Alternativen werden geprüft; Konzept für die europäischen Werke bis Ende Juni 2027 | vorrangig Renteneintritte, Altersteilzeit, Fluktuation | Beschluss des Aufsichtsrats am 03.09.2026; 284.032 Beschäftigte in Deutschland Ende 2025 |
| Bosch | rund 22.000 in der Sparte Mobility; dazu 900 von 1.800 in Nürnberg bis 2029 | Feuerbach 2.500 (Einigung März 2026), Bühl rund 1.200 (Verhandlungsergebnis Januar 2026, zuvor 1.700 laut IG Metall), Waiblingen rund 560 (Fertigung läuft bis spätestens Ende 2028 aus), Nürnberg 900 | Vorruhestand, Altersteilzeit, Abfindungen; betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 ausgeschlossen | 2025 operativer Personalabbau von rund 15.000 weltweit, am stärksten in Mobility und in Deutschland; 118.932 Beschäftigte in Deutschland Ende Juni 2026, 4.036 weniger als Ende 2025 |
| ZF | zwischen 11.000 und 14.000 bis Ende 2028 | Antriebssparte (Division E) bleibt Teil von ZF; Beschäftigte tragen mit kürzerer Arbeitszeit und befristetem Lohnverzicht zu den Einsparungen bei | freiwillig über Fluktuation, Abfindungen, Altersteilzeit und kürzere Arbeitszeit | bis September 2025 1.964 Stellen in Deutschland abgebaut; Beschäftigte in Deutschland 52.027 (Ende 2024), 49.210 (Ende 2025), 47.068 (Juni 2026) |
| Porsche | 9.000, sozialverträglich, bis 2035; Management mittelfristig minus 40 % | Zuffenhausen, Weissach, Leipzig; die Töchter Cellforce, Porsche eBike Performance und Cetitec mit rund 500 Beschäftigten schließen | Fluktuation, Altersteilzeit, Aufhebungsverträge; Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 | rund 2.000 befristete Verträge ausgelaufen; Region Stuttgart rund 20.600 Beschäftigte Ende 2025, ein Jahr zuvor 22.200 |
| Audi | bis zu 6.000 bis 2027 und bis zu 1.500 weitere bis 2029 | Ingolstadt und Neckarsulm (über 15.000 Beschäftigte) | sozialverträglich; Beschäftigungssicherung bis Ende 2033; befristeter Verleih an Rüstungsfirmen möglich | März 2026: 65 % des Abbaus bis 2027 umgesetzt oder verbindlich vereinbart. Oktober 2026: Schlechtwetterklausel gezogen, Neckarsulm soll binnen eines Jahres Kosten senken |
| BMW | rund 8.000 weltweit bis Ende 2027 laut Unternehmenskreisen, von BMW nicht bestätigt | Verwaltung und Entwicklung; keine Standorte genannt | Abfindungsprogramm von Oktober 2026 bis Ende 2027 für alle Beschäftigten in Deutschland außerhalb der direkten Produktion; Fluktuation | gut 84.000 Beschäftigte in Deutschland (Juni 2026) |
| Mercedes-Benz | keine Zielzahl | indirekte Bereiche in Deutschland; ohne Kostensenkung müssten laut Produktionsvorstand ein Montagewerk und ein Antriebsstrangwerk schließen, nicht benannt | freiwilliges Abfindungsprogramm für die indirekten Bereiche in Deutschland, Neustart voraussichtlich im Dezember 2026 | zweite Runde nach einer ersten 2025 und 2026; seit Juni 2026 Produktivitätsprogramm mit mehr Arbeitsstunden ohne Lohnausgleich |
| Daimler Truck | rund 5.000 bis 2030 | vor allem die Lkw-Marke Mercedes-Benz | Stammbelegschaft in der Produktion in Wörth bis Ende 2034 abgesichert | Programm Cost Down Europe: 2025 mehr als 100 Mio. € Nettoeinsparung, 2026 weitere 250 Mio. € angestrebt |
| Schaeffler | 1.300 über zusätzliche Altersteilzeit, angekündigt im August 2026 | keine Standorte genannt; Angebot für die Jahrgänge 1971 und älter | Altersteilzeit, Zusatzkosten 51 Mio. € | 108.912 Beschäftigte weltweit Ende Juni 2026, knapp 2.000 weniger als Ende 2025 |
| Cariad | rund 1.000 (Oktober 2026, laut Unternehmenskreisen) | keine Standorte genannt | Abfindungen, Vorruhestand | rund 4.300 Beschäftigte, Ende 2023 waren es 6.500 |
| MAN Truck & Bus | 2.300 über zehn Jahre | München 1.300, Salzgitter 600, Nürnberg 400; alle deutschen Werke bleiben | keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2035 | knapp 1 Mrd. € Investitionen in deutsche Standorte bis 2030 |
| ContiTech | 1.600 (3.000 weltweit) | überwiegend Verwaltung in Hannover; ein Teil wird ins Ausland verlagert | Freiwilligenprogramm seit 08.05.2026 | Continental will ContiTech bis Ende 2026 verkaufen |
| Aumovio | hoher dreistelliger Bereich (bis zu 4.000 weltweit), Forschung und Entwicklung | Frankfurt bis zu 220 | Abfindungsprogramm seit März 2026 | keine Zahl zur Umsetzung |
| Mahle | rund 1.000 weltweit in der Verwaltung; Werk Neustadt an der Donau mit rund 350 schließt | Zentrale Stuttgart, Neustadt an der Donau | Entgeltverzicht in Stuttgart bis Ende 2029 | Neustadt schließt im ersten Halbjahr 2027 |
| Opel / Stellantis | 650 Ingenieurstellen | Entwicklungszentrum Rüsselsheim, rund 1.000 bleiben | zusätzliche Abfindungsprogramme in Verhandlung | Umsetzung nach Anhörung des Betriebsrats |
| Valeo | 507 an drei Standorten | Bad Rodach 230 bis 2028, Bad Neustadt 143 (Standort schließt), Ebern 134 | teils Wechsel nach Erlangen | keine Zahl zur Umsetzung |
Werke, die schließen oder auslaufen
| Unternehmen | Standort | Betroffene | Zeitpunkt | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Eberspächer | Hermsdorf, Herxheim | keine Zahl genannt | 2026 | vollzogen |
| Breyden | Ueckermünde, Eisengießerei | 320 | Ende 2026 | beschlossen |
| Volkswagen | Osnabrück, Fahrzeugbau | gut 1.800; Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 für knapp 1.400 laut Betriebsrat | Mitte 2027 | Verkauf an Aurelius und Land Niedersachsen vereinbart, Eckpunkte |
| Mahle | Neustadt an der Donau | rund 350 | erstes Halbjahr 2027 | beschlossen |
| Magna | Dorfprozelten | 216 | Mitte 2027 | beschlossen |
| Bosch | Waiblingen, Fertigung | rund 560 | spätestens Ende 2028 | Sozialplan unterzeichnet (Februar 2026) |
| Valeo | Bad Neustadt | 143 | keine Angabe | beschlossen |
| Porsche | Töchter Cellforce, Porsche eBike Performance, Cetitec | rund 500 | mittelfristig | beschlossen |
| Volkswagen | Emden, Zwickau, Hannover, Neckarsulm (Audi) | kein Folgemodell ab 2031 bis 2034 | Konzept bis Ende Juni 2027 | geprüft, nicht beschlossen |
| Mercedes-Benz | ein Montagewerk, ein Antriebsstrangwerk | nicht benannt | keine Angabe | zweite Runde nach einer ersten 2025 und 2026 |
Dazu kommen Insolvenzen. EY zählte von Januar bis November 2025 39 Insolvenzanträge von Betrieben der Autoindustrie mit mindestens 50 Beschäftigten, so viele wie seit 14 Jahren nicht. Oliver Wyman kommt für 2025 auf 59 Insolvenzen von Zulieferern mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz.
Quellen: dpa, Volkswagen, dpa-AFX, ZF und 22 weitere
Was den Markt verschiebt
CO2-Regeln der EU
Über die Flottengrenzwerte ab 2035 verhandelt die EU im Auto-Paket. Der Entwurf sieht für 2035 eine Senkung um 90 % vor; Frankreich gibt laut electrive seinen Widerstand gegen weichere Ziele offenbar auf. Der VDA rechnet vor, dass mit mehr Spielraum für Hybride und Verbrenner rund 50.000 Stellen erhalten blieben.
Elektroantrieb
Der Umstieg auf Elektroantriebe verändert, welche Arbeit gebraucht wird. Ein E-Auto ist weniger komplex und braucht weniger Teile als ein Verbrenner. Laut VDA fallen deshalb Arbeitsplätze vor allem bei den Zulieferern weg.
Zölle
Die USA erheben seit August 2025 15 % Zoll auf Pkw und Teile aus der EU. Am 1. Mai 2026 kündigte die US-Regierung 25 % an und verschob die Erhöhung auf den 4. Juli. Die EU setzte das Abkommen am 1. Juli 2026 in Kraft. Seitdem gelten die 15 % laut EU-Kommission als Obergrenze, auch für Autos. Die EU erhebt seit Oktober 2024 auf E-Autos aus China zusätzliche Zölle zwischen 7,8 und 35,3 %.
Quellen: electrive.net, VDA, Germany Trade & Invest, Europäische Kommission und 3 weitere
Produktion und Zulassungen
2025 liefen in Deutschland 4,15 Millionen Pkw vom Band, 28 % weniger als 2016. Von Januar bis September 2026 waren es 3,03 Millionen, 4 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Export sank ebenfalls um 4 %.
Quelle: VDA
Neu zugelassen wurden 2025 in Deutschland 2,86 Millionen Pkw, 21 % weniger als 2019. Reine E-Autos kamen auf 545.142, 43 % mehr als 2024. Alle übrigen Antriebe zusammen kamen auf 2,31 Millionen, 5 % weniger als 2024. Von Januar bis September 2026 stiegen die Neuzulassungen um 5,3 % auf 2,22 Millionen, die reinen E-Autos um 58 % auf 604.144.
- reine E-Autos
- übrige Antriebe, bis 2019 alle
Beschriftet ist die Summe. 2025 waren es 545.142 reine E-Autos, 2024 waren es 380.609. Für 2015 bis 2019 weist die Quelle die Antriebe nicht getrennt aus.
Quellen: VDA, ZSW und electrive.net
Quellen: VDA, electrive.net, Kraftfahrt-Bundesamt und ZSW
Wo neue Arbeit entsteht gesperrt, Pro
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